Den Arbeitstag in einer Fremdsprache gut bewältigen

Landschaftsillustration

Wer bei der Arbeit nicht in der Muttersprache spricht, kennt das Gefühl: Am Nachmittag ist man müder als sonst, obwohl die Aufgaben nicht schwerer waren. Zuhören, Formulieren und Nachfragen kosten ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Das ist völlig normal und hat nichts damit zu tun, wie gut du deinen Beruf beherrschst. Mit einigen praktischen Gewohnheiten kannst du den Tag entspannter gestalten.

Kleine Hilfen im Alltag

Führe ein Notizbuch, in das du neue Wörter und Wendungen schreibst, die du bei der Arbeit hörst. Abends oder in der Pause schaust du kurz hinein. So bleibt vieles hängen, und du fühlst dich mit der Zeit sicherer. Fachwörter, die du oft brauchst, kannst du auf eine kleine Liste an den Bildschirm kleben. Schriftliche Zusammenfassungen von Besprechungen helfen zusätzlich, dass nichts missverstanden wird. Schreib sie am besten selbst, denn das zwingt dich, das Gehörte noch einmal zu ordnen, und das Team sieht sofort, ob etwas anders gemeint war. Wichtige Mails darfst du zuerst als Entwurf schreiben und in Ruhe noch einmal lesen, bevor du sie abschickst.

Frag nach, wenn du etwas nicht verstanden hast. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind froh darüber, denn ein Missverständnis kostet später viel mehr Zeit als eine kurze Rückfrage. Bitte auch darum, etwas langsamer zu sprechen oder es kurz aufzuschreiben. Wer das offen sagt, erlebt fast immer, dass die anderen Rücksicht nehmen und sich sogar bemühen, einfacher zu formulieren.

Pausen in der eigenen Sprache

In der Pause darfst du zur Muttersprache zurückkehren. Ruf jemanden an, mit dem du gern sprichst, oder setz dich zu einer Kollegin, die deine Sprache versteht. Auch ein Buch oder ein Lied in der vertrauten Sprache kann die Pause erholsamer machen. Wenn du in der Pause lieber still sein möchtest, ist das ebenfalls in Ordnung, und niemand muss es dir erklären.

Plane für sprachlich anspruchsvolle Aufgaben mehr Zeit ein, etwa für lange Mails oder Besprechungen mit vielen Personen. Lege sie nicht ans Ende des Tages, wenn du müde bist, sondern lieber an den Vormittag. Und freu dich über kleine Fortschritte. Wenn du ein Gespräch ohne Nachfragen führen konntest, ist das eine Leistung, auf die du stolz sein darfst.